Achtung Fluchtgefahr!
Auch die liebsten und zahmsten Kaninchen werden aus dem Freilaufgehege ausbrechen, wenn sich ihnen eine Chance dazu bietet - auch wenn das Gehege noch so paradiesisch für die Tiere eingerichtet ist.
Was die Fluchtmöglichkeiten betrifft, so können Sie sich die Kaninchen als Häftlinge vorstellen, die sämtliche Ausbruchsutensilien (Schaufel, Säge und Feile) stets bei sich haben.
Viel zu schnell finden Kaninchenhalter ihre Lieblinge auf der falschen Seite des Gehegegitters wieder.
Hauskaninchen haben in freier Wildbahn jedoch keine hohen Überlebens-Chancen.
Um einer Kaninchen-Flucht entgegenzuwirken haben sich folgende Maßnahmen bewährt:
Flucht nach oben
Nach oben hin sollte das Freilaufgehege grundsätzlich mit einem Gitter abgedeckt sein, damit Raubtiere nicht von oben an die Kaninchen herankommen. Diese Möglichkeit ist den Insassen also von vornerein verwehrt.
Flucht durch die Seitenwände
Durch die Seitenwände können die Kaninchen gelangen, wenn die Drahtstärke des Gitters zu dünn ist oder das Material zu weich und sie es durchbeißen können. (Vgl. den Absatz "Maschenweite des Gitters" sowie auf der Info-Website www.mein-hasenstall.de die Seite "Das Gitter vom Hasenstall".)
Haben die Kaninchen Zugriff auf die als Rahmen dienenden Kanthölzer, weil das Gitter nicht auf der Innenseite des Freilaufgeheges ist, so werden sie diese zernagen. (Siehe auf der Website www.kaninchenstall.info, Kapitel "Kaninchenstall - Benagung".)
Flucht unterirdisch
Das Buddeln und Graben liegt einfach in der Natur der Kaninchen. Darin sind sie auch wirklich gut. Besonders gut eignen sich unbewachsene oder kaum bewachsene Bodenbereiche und vor allem lockerer Boden zum Höhlenbau.
Aufsicht
Wenn man also nicht selbst im Garten ist und in regelmäßigen kurzen Zeitabständen die „Fortschritte“ der Ausbrecher begutachten kann, so sollten auch unterirdischen Fluchtmöglichkeiten grundsätzlich verhindert werden.
Erdoberfläche vergittern
Dies kann man bei einem versetzbaren Gehege zum Beispiel durch ein verzinktes Gitter, das die komplette Bodenfläche bedeckt. Dieses Gitter braucht zwar nicht ganz so feinmaschig zu sein, wie das der Seitenwände. So gelangen die Kaninchen besser an das Gras, das sie abweiden sollen.
Dafür sollte das Bodengitter besonders stabil, wasser- und urinresistent sein und keine scharfen Kanten oder ähnliches aufweisen. Auch dürfen keine Ecken oder Kanten hochstehen.
Unterirdische Vergitterung
Bei einem festen Gehege wird das Bodengitter mindestens 40cm tief eingegraben, damit die Kaninchen zumindest in „begrenztem“ Maße buddeln können.
Dabei ist zu beachten, dass auch die Seitenwände bis zum Bodengitter hin in den Boden durch entsprechende Gitter verlängert und fest mit dem Bodengitter verbunden werden.
Betonplatten
Manche verwenden für die unterirdische Abgrenzung auch Betonplatten. Diese haben jedoch den Nachteil, dass sich Regenwasser und Kaninchen-Urin darüber anstauen kann.
Rasengittersteine
Eine bessere Lösung ist es, hier Rasengittersteine zu verwenden. Wenn diese dicht, gleichmäßig und solide unterirdisch verbaut werden, kommen die Kaninchen nicht durch oder dran vorbei.
Der Nachteil ist jedoch, dass eventuell kleinere Schadnager oder Raubtiere hindurchpassen.
Kombinierung
Ideal ist eine Kombination aus beidem: Der ausgehobene Bodenbereich wird komplett (auch seitlich) mit verzinktem Gitter abgesichert. Darauf kommen dann die Rasengittersteine und dann kommt die Erdschicht.
Flurch durch Instabilität
Ist das Gehege insgesamt nicht stabil genug, so kann es leicht teilweise zusammen- oder auseinanderfallen, wenn die Kaninchen dagegen springen oder jemand von außen dagegen stößt, sei es ein Tier (Hund, Katze, Fuchs, ...) oder ein Mensch (z. B. ein spielendes Kind, unaufmerksamer Erwachsener, ...).
Flucht durch die offenen Tür
Auch die Türen, Klappen, Pforten oder sonstigen Zugänge in das Freilaufgehege sollten solide und gut verschlossen und gesichert sein.
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