Freilaufgehege

Feste Freilaufgehege

 

 

Die artgerechte Alternative

Ein festes Freilaufgehege ist zwar aufwendiger in der Hygienehaltung (im Vergleich zum mobilen Freilaufgehege), es hat aber einen entscheidenden Vorteil:

Das feste Freilaufgehege ist die einzige wirkliche Alternative, wenn man den Kaninchen eine möglichst artgerechte und natürliche Lebensweise ermöglichen will.

Viele Möglichkeiten zum Ausleben der natürlichen Verhaltensmuster, die ein festes Freilaufgehege bietet, sind im Kaninchenstall, Kaninchenkäfig und auch in einem mobilen Freilaufgehege gar nicht oder nur sehr eingeschränkt gegeben:

Buddeln und Höhlen bauen

Kaninchen sind sehr erdverbundene Tiere. Da im festen Freilaufgehege, wie im Kapitel "Fluchtabsicherung" beschrieben, in der Regel das Bodengitter bzw. die Rasengittersteine weiter unten in der Erde vergraben sind, haben die Kaninchen hier echten Zugang zum Erdboden.

Sie können hier buddeln und scharren und sich sogar ansatzweise eigene Höhlen bauen.

Familienleben

Festen Freilaufgehegen sind im Gegensatz zu allen anderen Alternativen der Kaninchenhaltung keine Grenzen auferlegt, was die Größe betrifft.

Wenn man es so hoch konstruiert, dass man überall aufrecht stehen kann, hat man auch bequem Zugang zu allen Bereichen.

Wichtig ist hier auch , dass stets ein gutes vertrautes Verhältnis zu den Kaninchen aufbaut, damit sie in dem großen Gehege nicht scheuen.

So kann man den Kaninchen ermöglichen, in einem großen Familienverband zusammenzuleben und so ihre ganzen natürlichen sozialen Verhaltensmuster zum tragen zu bringen. (Vgl. dazu auch das Kapitel Das Sozialleben der Hasen auf www.mein-hasenstall.de.)

Sie können sich gegenseitige Zuwendung (von Liebe bis zur Körperpflege) und Sicherheit geben und auch miteinander raufen, wenn es sein muss.

Wenn genug Platz vorhanden ist, dass sich die Tiere ggf. aus dem Weg gehen können, ist es unwahrscheinlich, dass eine Rauferei zu einer ernsten und gefährlichen Auseinandersetzung eskaliert.

Natürliche Bewegungsmuster

Durch das große Platzangebot im festen Freilaufgehege können die Kaninchen hier ihre natürlichen Bewegungsmuster frei ausleben.

Neben dem Buddeln und Raufen können sie hier auch rennen, springen, Haken schlagen und Kapriolen machen. Alle dieser „Kaninchensport“ ist grundlegend wichtig für eine gute Entwicklung und Gesundheit der Tiere.

 

Hygienehaltung

Nicht die Größe des Freilaufgeheges entscheidet über den Reinigungs-Aufwand, sondern die Größe und Anzahl der darin gehaltenen Tiere und damit die Menge an Ausscheidungen.

Normalerweise beschränken sich die Kaninchen mit ihren Verunreinigungen auf ganz bestimmte von ihnen selbst ausgewählte „Toilettenplätze“. (Vgl. www.mein-hasenstall.de: Hasen und Sauberkeit.)

Vor allem an diesen Stellen sind regelmäßig die Kotbällchen zu entsorgen und je nach Verschmutzungsgrad ist in bestimmten Zeitabständen auch das Erdreich zu erneuern.

Normaler Sand, wie er auch für Kinder-Sandkästen verwendet wird, eignet er sich gut für die Erderneuerung der Toilettenplätze.

Wenn kein geeigneter Sandlieferand vor Ort ist, bekommt man den Sand auch säckeweise im Baumarkt.

Für die gesamte Bodenfläche des Freilaufgeheges ist dieser Sand jedoch zu weich und es besteht für die Kaninchen Lebensgefahr durch einstürzende Höhlenbauten.

Aber auch der gesamte Bodenbereich im Freilaufgehege sollte regelmäßig von „verlegten“ Kotbällchen, Essensresten und sonstigen Verschmutzungen gereinigt werden.

Inwieweit auch irgendwann eine Erneuerung des gesamten Erdreichs im Freilaufgehege notwendig wird, hängt von der Größe des Freilaufgeheges im Verhältnis zur Kaninchen-Anzahl, deren Ausscheidungs-Menge und deren Ausscheidungs-Verhalten (Beschränkung auf die Toilettenplätze) ab.

   

 

 

   
   
 
   
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